
Straubing (kpr) – Wer Moik’s marschierende Stadelmusi’, Patrick Lindner und das Glucksen der Lustigen Wildbachlerchen überlebt hat, kann dieses Jahr noch einen d’rauf setzen. Vom 13. bis zum 23. August steigt dann die Dirndl-Dichte im Gäuboden wieder auf annähernde 99,9 Periode Prozent.
“À Trumm vom Paradies”. So bezeichnen die Einheimischen das, was sich Mitte bis Ende August im Dungau – einer Region Niederbayerns – alle Jahre wieder im Hochsommer abspielt. “Besser als jeder Heimatfilm”, kommentiert hingegen der Autor dieser Zeilen das pink-pistazienfarben glitzernde Rustikal-Lifestyle-Event.
Gemeint ist in beiden Fällen das Gäubodenvolksfest, das jährlich in Straubing stattfindet. Sie ist die grösste Stadt dieser Kulturlandschaft, und wird auch oft als das Zentrum des Gäubodens bezeichnet. Die gesamte Region gehört zu den grössten Lössgebieten Süddeutschlands.
Höchste Dirndl-Dichte weltweit
So fruchtbar wie die niederbayerischen Böden sind auch die allesamt drallen Manderln und Weiberln, denen man dort in Tracht ansichtig wird. Entkommen kann man diesem Ansturm nicht. Einen Vorteil hat’s: In punkto Authentizität schlägt Straubing die Wiesn in München allemal. Stefanie W., eine gebürtige Niederbayerin knapp um die 25, erklärt Ausserirdischen wie mir die Situation folgendermassen: “Auch wenn die Jüngeren keine Tracht mehr tragen. Zum Gäubodenvolksfest ist das für uns Pflicht!” Sprach’s und ich nickte verständnisvoll.
Ein Selbstversuch brachte Klarheit: Die Regionalband Sax’n di spielte im Festzelt vor einem scheinbar komplett auf den Tischen stehenden jung-feucht-fröhlichen Publikum ein “Viva Colonia!”, was mir als Ex-Kölner ebensolche Tränen in die Augen trieb. Spätestens dann war auch mir klar: Da simmer dabei.
Foto: Peter Engels