
Köln (kpr) - Glaubt man schriftlichen Überlieferungen wie denen eines Platon, dann zierten in der Antike den Eingang des Tempels von Delphi die Inschriften „Erkenne dich selbst“ (gnôthi seautón, γνῶθι σεαυτόν) und „Nichts im Übermaß“ bzw. „Alles in Maßen“ (μηδὲν ἄγαν, medèn ágan). Zusammen mit einer dritten weniger bekannten Inschrift sind dies die apollonischen Weisheiten – Erkenne dich selbst, Du bist, Nichts im Übermaß.
Individuelle Probleme oder Fragestellungen – so die Annahme – sollten durch eine Auseinandersetzung mit der eigenen inneren Persönlichkeit („Innenwelt“) aufgelöst werden können. Diese (Selbst-)Erkenntnis sei Voraussetzung für einen konstruktiven Zugang zur „Außenwelt“.
Diplompädagoge und Tiefenpsychologe Andreas Winter regt jetzt in seinem neuen Buch „Der Psychocoach: Heilen ohne Medikamente. Wie chronische Krankheiten ganz einfach wieder verschwinden“ auf mehr als 160 Seiten dazu an, die Symptome chronischer Beschwerden neu zu beleuchten und die Ursachen in der Seele zu finden. Mithilfe dieser Erkenntnis soll der Betroffene dann — im Idealfall — in der Lage sein, sich selbst zu heilen. Der Titel ist Programm: Allergien, chronische Schmerzen, Nägelkauen, Ängste, Kontrollzwänge oder Depressionen können nicht durch Medikamente, sondern allein durch Information geheilt werden.
“Vorhandene Glaubenssätze und Verhaltensmuster, die ihren Ursprung fast immer in der Kindheit haben, werden bewusst gemacht und damit nun aus der Sicht des Erwachsenen erfahrbar”, erklärt Winter. Das Übel bei der Wurzel zu packen und den Ursachen auf den Grund zu gehen und nicht nur — wie es häufig in der Schulmedizin geschieht — Symptombekämpfung zu betreiben, ist entscheidend. Und zur Ursachenbekämpfung aller psychischen und psychosomatischen Symptome bedarf es laut Winter keiner Medikamente, sondern Informationen.
“Neu ist die radikale Unterscheidung zwischen Körper und Geist des Menschen sowie die damit einhergehende Forderung nach einer neuen Definition von Krankheit”, erläutert Winter. Grundsätzlich unterscheidet er Krankheiten auf körperlicher Ebene — etwa Vergiftungen, bakterielle Infektionen oder Unfälle — von Symptomen chronischer, immer wiederkehrender Beschwerden wie etwa chronische Schmerzen, Migräne, Depressionen oder Allergien. Letztere Leiden kommen seiner Ansicht nach eben nicht durch äußere, physikalische Einflüsse zustande, sondern durch früher erlittene psychische Bedrohungen. Ergo ist hier auch keine medizinische, sondern psychologische Hilfe vonnöten.
Er behauptet: Einer psychosomatischen Störung liegt schlicht und einfach eine Information zugrunde, die zuweilen so komplex ist, dass sie körperlich spürbare Auswirkungen hat. Und eine simple Änderung dieser Information kann die Symptome verschwinden lassen. Bei manchen seiner Patienten konnte er mit diesem Ansatz innerhalb von Stunden jahrelange Leiden beenden.
Es klingt ganz leicht, ist es womöglich auch. Dennoch ist es nicht ganz einfach und das Buch ist sicherlich nicht als Wunderheilmittel zu verstehen. Schließlich ist es alles andere als trivial, selbstständig einem mitunter seit Jahrzehnten tief in der Psyche versteckten Knackpunkt so ohne weiteres auf die Spur zu kommen und ihn aufzulösen — auch nicht mithilfe der beiliegenden CD. Doch wer diesem auf den ersten Blick vielleicht ungewöhnlichen Ansatz offen entgegentritt, der erhält sicher einen bisher ungeahnten Blickwinkel auf seine Symptomatik und geht auf eine völlig neue Art und Weise an sie heran. Möglicherweise schafft er es dadurch auch, sie aufzulösen und tatsächlich beschwerdefrei zu werden.
Quelle: “Der Psychocoach: Heilen ohne Medikamente. Wie chronische Krankheiten ganz einfach wieder verschwinden”, Andreas Winter, Buch mit unterstützender Audio-CD, Mankau-Verlag, 2007, ISBN 978-3-938396-11-7, Preis: 14,95 €
Links:
Andreas Winter: www.powerscout.net
Der Psychocoach: www.derpsychocoach.de
Motiv: Delphica, Sixtinische Kapelle Rom, Michelangelo