Vatikan liefert neuen Stoff für Gralsuchende
Ein Beitrag zum Themengebiet Alle Meldungen, Kultur, geschrieben am 28. Oktober 2007 von Ingo H. Klett
Paris (kpr) – Wie die Redaktion der International Herald Tribune (IHT) in ihrer Ausgabe vom Freitag, 26. Oktober 2007 berichtet, hat der Vatikan seine Unterlagen über die Anklage des Templerordens auf Häresie veröffentlicht. Offizielle Stellen haben die Dokumentation der damaligen Vorgänge als limitierte Edition zum Preis von jeweils 5.900 Euro am vergangenen Donnerstag der Weltöffentlichkeit vorgestellt.
Wie die einzige weltweit erscheinende Tageszeitung erfahren habe, hätten bereits Scheichs, Büchereien und Sammler aus der ganzen Welt ihre Bestellungen getätigt. Das in Leder gebundene Facsimile beinhalte neben hochwertigen Reproduktionen der original Dokumente auch klerikale Siegel und sei vor allem deshalb inhaltlich eine Überraschung, weil es ein für lange Zeit ignoriertes Papier enthalte, in welchem Papst Clement V. den Templerorden ein für alle mal von der Häresie freigesprochen habe.
Das vatikanische Werk dokumentiere die päpstlichen Anhörungen nachdem König Philip IV. von Frankreich führende Templer im Jahre 1307 wegen “Häresie und Unsterblichkeit” arrestieren und foltern ließ. Das Verlagshaus Scrinium, das traditionell sämtliche Dokumente der geheimen Archive des Vatikans veröffentlicht, plane vorläufig 799 Ausgaben.
Der ursprünglich als “Arme Ritterschaft Christi vom salomonischen Tempel” (Pauperes commilitones Christi templique Salomonici Hierosalemitanis) bezeichnete Orden verdankt seinen Namen dem Umstand, dass er sein erstes Quartier auf den Grundmauern des salomonischen Tempels in Jerusalem bezog. König Balduin hatte dem jungen Orden einen Teil seines Palastes auf dem Tempelberg zur Verfügung gestellt. Der Standort wurde später als Basilika St. Maria bekannt – die heutige Al-Aqsa-Moschee.
Was den Orden so besonders macht ist nicht nur die Tatsache, dass dieser in Folge der Kreuzzüge zum Schutz der Pilgerströme entstand, sondern er vereinte auch was bis dahin als unvereinbar galt: die Ideale des adligen Rittertums mit denen der Mönche. Damit waren die Templer der erste geistliche Ritterorden überhaupt.
Motiv: König Artus’ Tafelrunde



